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Reden schreiben: Was hängen bleibt

Über die Prinzipien großer Worte

„Mr. Gorbatschow, tear down this wall – reißen Sie diese Mauer nieder!“ Dieser Satz, gesprochen von Ronald Reagan in einer Rede vor dem Brandenburger Tor, feierte gestern seinen 30. Geburtstag. Er fügt sich nahtlos in die Ahnengalerie großer Rede-Zitate wie „Ich bin ein Berliner.“ oder „We choose to go to the moon.“. Und ich mag hier gar nicht „I have a dream!“ bemühen.

Das Phänomen gibt es natürlich nicht nur in Amerika; denken Sie an die Sätze „Ich kann Euch zu Weihnachten nichts geben, ich kann Euch für den Christbaum, wenn ihr überhaupt einen habt, keine Kerzen geben, kein Stück Brot, keine Kohle zum Heizen, kein Glas zum Einschneiden. Wir haben nichts. Ich kann Euch nur bitten, glaubt an dieses Österreich!“

Jede Österreicherin und jeder Österreicher verbindet damit Leopold Figl und Weihnachten 1945 – obwohl diese Sätze vom ersten Bundeskanzler der 2. Republik erst 20 Jahre später sinngemäß nachgesprochen wurden, weil vom Original keine Ton-Aufzeichnung existierte. Es gibt überall und immer besondere Gedanken, Sätze, Zitate, die in das kollektive Gedächtnis ganzer Generationen eingehen.

Nun müssen Sie, wenn Sie in die Kameras oder in ein Mikrofon am Rednerpult sprechen, gar nicht übertreiben; Sie müssen nicht an Generationen denken. Wenn Ihre Botschaft bei demjenigen Publikum hängenbleibt, das gerade live oder am TV-Gerät anwesend ist, genügt das vollauf. Aber die Frage ist trotzdem: Wie bleiben Ihre Worte hängen?

Was können Sie von denen lernen, die Sätze wie die oben genannten geschrieben haben?

SPIEGEL ONLINE hat Peter Robinson, Reagans Redenschreiber, interviewt und ist dabei dieser Frage nachgegangen. Eine seiner Antworten ist dabei besonders interessant:

Reagan ist vor seiner Rede auf eine Plattform am Brandenburger Tor geführt worden, von der er in den Osten auf die Straße Unter den Linden blicken konnte. Ihm wurde erzählt, dass sich dort an jenem Morgen Menschen versammelt hätten, um der Rede zu lauschen, sie seien aber von der Polizei vertrieben worden. Reagan hatte das im Kopf, als er den Satz sagte. Deswegen die besondere Leidenschaft.

Für all jene unter Ihnen, die für Vortragende im Unternehmen oder für sich selbst Reden schreiben, steckt da eine schöne Information drin: Denken Sie beim Schreiben nicht so sehr an den Effekt Ihrer Worte, sondern denken Sie an Menschen.

Denken Sie an diejenigen Menschen, für die Ihre Worte gedacht sind. Und denken Sie darüber nach, inwiefern sie für das Leben dieser Menschen von Bedeutung sind. Inwiefern Ihre Worte diese Menschen berühren und ihnen hilfreich sein können.

Mit diesen Gedanken im Kopf werden sich auch die richtigen Worte einstellen – die richtigen Worte, um die richtige Wirkung zu erzeugen.

Und übrigens: Reden schreiben und Reden halten sind zwei verschiedene Disziplinen, die für ein attraktives Produkt Hand in Hand gehen müssen. Reden schreiben trainieren Sie am besten bei unserem wunderbaren Berliner Kollegen Hannes Külz, Reden halten in unserem Training „Personal Presence“.

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