• Mediales Krisentraining

Krisentraining: Schlechte Botschaften überbringen

Transparenz gilt vor allem für problematische Inhalte

„Number 26“ – der Name klingt nach Start-Up. Ist auch eines, noch dazu ein besonderes, denn die „Number 26 GmbH“ ist eine Bank, laut Eigendefinition „Europas modernstes Girokonto“. Nun hat das Unternehmen vergangene Woche rund 500 Konten gekündigt und damit einen Shitstorm unter den Betroffenen ausgelöst. Nicht ganz unberechtigt, denn die Kündigung war ohne Angabe von Gründen erfolgt. Wie viele Start-Ups tritt auch „Number 26“ mit dem Anspruch an, die Welt der Wirtschaft umzukrempeln; und jetzt sollte alles genauso ablaufen, wie man es – leider – von großen Bankhäusern kennt?

Aber wechseln wir kurz den Blickwinkel: „Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht.“ , schrieb das Unternehmen gestern in einer Aussendung, „Das Number 26-Girokonto ist ein kostenloses Produkt. Jede Abhebung verursacht auf unserer Seite Kosten. Diese Gebühren übernehmen wir in der Annahme, dass Kundinnen und Kunden das Konto im gewöhnlichen Ausmaß verwenden.“

Und weiter: „Bei den Kündigungen geht es insbesondere um Personen, die ihr Konto außer für sehr häufige Bargeldabhebungen nur wenig verwendet haben. Im Durchschnitt sprechen wir teilweise von über 30 Abhebungen pro Monat, über mehrere Monate hinweg. Somit hätte ein Großteil unserer Kundinnen und Kunden die Kosten von einer kleinen Gruppe zu tragen; deshalb mussten wir die Kündigungen aussprechen. Vielen Menschen war offenbar nicht bewusst, dass ihr Nutzerverhalten mit unserem Angebot nicht vereinbar ist.“

Das klingt alles ordentlich argumentiert. Als Außenstehender, der ich kein Konto bei „Number 26“ besitze, finde ich die Vorgangsweise nachvollziehbar, das Unternehmen hat mein Verständnis. Ich bin sicher, dass diese Regeln auch in den AGB’s verzeichnet sind. Bloß: Diese Dinge muss man vorher mitteilen. Eine schlechte Nachricht aus Sorge vor der Reaktion zu unterschlagen, erzeugt ein Vielfaches mehr an Ärger. Und widerspricht im Übrigen dem, was „Number 26“ gerne von sich behauptet: „Transparenz ist einer unserer Kernwerte.“

Früher wurden die Überbringer schlechter Botschaften gerne geköpft. Die archaische Angst davor kann man überwinden, indem man den Umgang mit der Kundenseite aktiv und offen gestaltet.

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