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Gut gegangen

Landeanflug zum Mars: Die Sonde rast mit 19.500 km/h in die Marsatmosphäre und erhitzt sich dort auf 1.300 Grad Celsius. Elf Kilometer über der Oberfläche öffnet sich ein Fallschirm, aber selbst damit ist der Lander immer noch viel zu schnell. Also bremsen Triebwerke das Ding auf Schrittgeschwindigkeit. In 21 Metern Höhe bleibt es schließlich stehen und seilt den Rover sanft zu Boden ab. Dort klinkt er sich aus, und der Lander fliegt davon. Ende gut.

Stellen Sie sich vor, Sie wären Teammitglied des „Perseverance“-Projekts und würden im Kontrollraum den Flug überwachen. Sie wüssten, dass die letzte Phase der Marslandung vollautomatisch abläuft, anders wäre das gar nicht möglich. Das bedeutet aber: Wenn etwas schiefgeht, könnten Sie nicht eingreifen. Außerdem wüssten Sie, dass bei diesem Manöver der kleinste Fehler zur Katastrophe führen kann.

Das letzte Signal der Sonde haben Sie bei deren Eintritt in die Marsatmosphäre um 21 Uhr 48 Ortszeit erhalten. Jetzt ist das Gerät für sieben Minuten stumm und wird sich erst wieder melden, wenn – ja, wenn die Landung glatt gelaufen ist.

Woran würden Sie in diesen sieben Minuten denken?

Die Frage ist eher rhetorisch. Die Mitglieder des Projektteams haben in diesem Kontrollraum wahrscheinlich weniger daran gedacht, ob am Wochenende Oma zu Besuch kommt oder nicht, und ob sie dabei Opa mitbringt. „Seven minutes of terror“ – mit dieser Headline betitelten die Mitarbeitenden der NASA diese bangen Fragen, die sie sich in dieser Zeitspanne stellten: Kommt das Signal? Wann kommt es? Wie geht das aus?

Die letzte Frage ist wichtig, denn sie stellt das Kern-Element des Aufbaus von Spannung dar. „Suspense“ hätte Alfred Hitchcock dazu gesagt, was wörtlich übersetzt übrigens so viel wie „Schweben in Unsicherheit“ bedeutet. Wird das eintreten, was ich befürchte? Wird das in Erfüllung gehen, was ich erhoffe? Wie geht das aus? Diese Frage stellten sich alle, die gestern Abend im TV oder im Stream die Landung des Marsrovers verfolgten.

Suspense entsteht vor allem dann, wenn viel auf dem Spiel steht. Viel zu hoffen, viel zu verlieren. Mehr als acht Jahre Arbeit und 2,5 Milliarden Dollar waren das zum Beispiel beim Marsrover. Von der Reputation der NASA und ihrer Ingenieure ganz zu schweigen. Und Hoffnung: All der Erkenntnisgewinn, das Abenteuer, diese wunderschönen Bilder von dieser fremden, weit entfernten Welt!

Dies ist gleichzeitig auch ein Hinweis, wie Sie Suspense in Ihre eigenen Business-Statements einbauen können: Indem Sie deutlich machen, was auf dem Spiel steht. Welche Hoffnungen sind mit Ihrem Produkt oder Ihrer Idee verknüpft? Was kann passieren, wenn Ihr Vorschlag nicht in die Tat umgesetzt wird? Wenn Sie Ihrem Publikum diese Elemente spürbar machen, wird es sich schnell und gern die Frage stellen: Wie geht das aus?

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