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  • Diskussion und Meeting

Empörung im TV-Auftritt – und wie?

Unterlegen Sie berechtigte Kritik mit angemessenen Worten

Madonna beteiligte sich einen Tag nach der Vereidigung Donald Trumps am „Frauenmarsch“, und wie viele andere brachte sie ihre Empörung zum Ausdruck, nicht nur marschierend, sondern auch am Rednerpult das Wort ergreifend. Nun steht sie mit ihrer Kritik am US-Präsidenten nicht alleine da, aber die Wahl ihrer Worte hat einigermaßen Staub aufgewirbelt. An diesem Punkt ist es für uns alle im TV-Auftritt sinnvoll achtzugeben, denn auch eine noch so berechtigte Kritik verliert ihre Kraft, wenn sie das Publikum in die falsche Kehle bekommt. Und das wäre schade.

Der Satz, der in der Madonna-Rede fiel, und der vom Publikum ambivalent aufgenommen wurde, lautet: „I have thought about blowing up the White House (Ich habe daran gedacht, das Weiße Haus in die Luft zu sprengen).“


Also. Da ärgert sich eine und verwendet kräftige Ausdrücke. Dazu ist zunächst zu sagen: Dies entspricht ihrem Image. Nicht zuletzt wegen ihrer Art, die Dinge unverblümt auszusprechen (bzw. „auszusingen“), wird sie die „Queen of Pop“ genannt. Glaubwürdig sind ihre Worte auf jeden Fall. Und seien wir ehrlich: Wenn wir richtig zornig sind, dann haben wir auch manchmal derlei Gedanken. Nichts Menschliches ist uns fremd.

Aber: Es gibt einen Unterschied zwischen der intimen Empörung (also der, die wir innerlich empfinden) und ihrem veröffentlichten Gegenstück. Sie kennen das aus Ihrem Privatleben: Wenn Sie in einem Streit mit einer engen Bezugsperson verletzende Worte verwenden, kann Ihr Gesichtspunkt noch so berechtigt sein – die Verletzung wird alles andere übertönen. Die Frage ist also: Was empfinde ich? Und was veröffentliche ich davon?

Madonna hat selbst in einem Instagram-Post beklagt, falsch verstanden worden zu sein. „Meine Rede begann mit ‚Ich möchte eine Revolution der Liebe starten!‘“, steht da zu lesen. Das sei in den Reaktionen nicht berücksichtigt worden. Ich würde sagen: Wenn eine Sprecherin zweideutige Botschaften aussendet, muss sie sich nicht wundern, wenn das Publikum sich auf die negative stürzt.

Achten Sie also bei Ihrem nächsten Auftritt darauf und seien Sie sorgfältig mit Ihrem Wording: Ihre intime Emotion kann noch so berechtigt sein, aber wenn Sie in der Darstellung Ihr Publikum verletzen, dann wird die Verletzung Ihre Stellungnahme übertönen. Dabei können Sie sich behelfen, indem Sie Ihre Emotion benennen und dann in einem Nebensatz sofort sachlich begründen: “Ich bin heute wütend, empört, zornig, WEIL …”. Selbstverständlich dabei keine persönlichen Angriffe, sondern sachliche Vernunftgründe anführen. Damit nehmen Sie Ihrer Darstellung die Gefahr der Verletzung.

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