Intomedia Blog: Alles zwischen Sendern und Empfängern
15.09.2010

Wo war Christian S.?

von Stefan Schimmel

Im Frühjahr 2002 benötigte der Extrembergsteiger Christian Stangl 4 Stunden und 25 Minuten für den Aufstieg auf den fast 7000 Meter hohen Aconcagua.

Damit Sie diese Leistung besser einschätzen können, hier ein kleiner Vergleich: Wir anderen "Flachlandtiroler" schaffen in derselben Zeit vielleicht den Schneeberg. Für alle, die diesen schönen Berg nicht kennen: Er liegt im Süden Wiens, ist exakt 2076 Meter hoch, und man kann, oben angekommen, bei einem kühlen Bier verschnaufen und dann Gottseidank die Zahnradbahn nehmen, um wieder ins Tal zu gelangen.

Als Christian Stangl den Aconcagua bestiegen hatte, war ein neuer Sport geboren. Er selbst nannte ihn „Skyrunning“. Das erklärte Ziel dabei: Einen hohen Gipfel in der schnellstmöglichen Zeit zu erreichen. In den darauffolgenden Jahren vollbrachte Stangl Leistungen, die für „normale“ Menschen unerreichbar scheinen. Er bestieg vier 6000m-Gipfel der Anden innerhalb von 24 Stunden. Er bestieg die „Seven Summits“, also die sieben höchsten Kontinentalerhebungen, in einer gesamten Aufstiegszeit von 58 Stunden 45 Minuten – das ist ein Achtel der Zeit, die gewöhnliche Alpinisten dafür benötigen. Den Mt. Everest bestieg er vom Basislager aus als Tagestour, ohne Depots und ohne künstlichen Sauerstoff.

Oder doch nicht?

Bei einer Pressekonferenz vergangenen Dienstag im Wiener Hotel Bristol musste er eingestehen, seinen letzten „Gipfelsieg“ am K2 vorgetäuscht zu haben (hier der Bericht des ORF). Das Gipfelfoto hatte ihn verraten; denn selbst für Laien gibt es einen erkennbaren Unterschied zwischen dem ersten Foto von Stangl und dem zweiten – echten – Gipfelfoto einer tschechischen Expedition (Man beachte den Gletscher links im Hintergrund.). Stangls Foto musste etwa 1000 m unterhalb des Gipfels aufgenommen worden sein. Er war also nie am K2.

Fotos: Christian Stangl/Libor Uher

Wer einmal lügt …

Wenn man solo am Dach der Welt unterwegs ist, kann man einen Gipfelsieg nicht so einfach beweisen. Natürlich kann man Fotos machen, aber Fälschungen sind heutzutage mit „Photoshop“ das Einfachste der Welt. Stangl hatte sein GPS-Gerät am K2 nicht aktiviert. Eine gängige Methode wäre auch, einen Gegenstand am Gipfel zurückzulassen. Der Innsbrucker Hermann Buhl , der den Nanga Parbat 1953 solo bestieg, hinterließ zum Beispiel seinen Eispickel – doch der wurde erst 1999 von einer japanischen Expedition dort geborgen. Der Beweis gelang also erst fast 50 Jahre später.

Wenn man also allein am Dach der Welt unterwegs ist, muss man mit kritischen Fragen rechnen und darf auf keinen Fall Zweifel aufkommen lassen.

Denn was jetzt mit Christian Stangl passiert, ist wie aus dem Kommunikations-Lehrbuch: Alle seine bisherigen Leistungen werden jetzt öffentlich in Frage gestellt (s. dazu den Bericht im Falter). Den K2 solo und ohne Eispickel besteigen zu wollen, sei Selbstmord, sagt etwa der kasachische Bergsteiger Maksut Zhumayev, der zur selben Zeit wie Stangl am Berg war. Seine „erste Solobesteigung“ des Shishapangma in Tibet 1998 sei gar keine gewesen, sagt der mexikanische Bergsteiger Hector Ponce de Leon, der mit ihm damals in einem Team gewesen sein will. Die Besteigung des Mt. Everest sei nicht aus dem Basislager und sehr wohl mit Hilfsmitteln erfolgt, sagt der vorarlbergische Bergführer Wilfried Studer, der Augenzeuge war. Und auch an der Rekordzeit auf den Aconcagua melden Insider mittlerweile Zweifel an.

Natürlich steht hier oft Aussage gegen Aussage, und die Wahrheit wird für uns Außenstehende kaum herauszufinden sein. Aber für die öffentliche Meinung genügt allein der Verdacht, damit die Glaubwürdigkeit gründlich ruiniert wird. Und das nicht nur für den Augenblick, sondern rückwirkend auf alles, was Christian Stangl bis dahin gesagt oder getan hat.

Lässt sich ein solcher Schaden beheben?

Bei der Pressekonferenz hat Stangl angegeben, er habe „sich in einem tranceähnlichen Zustand befunden und gedacht, er sei am höchsten Punkt des Berges.“ Damit wollte er den Verdacht abwenden, er habe die Fälschung bewusst hergestellt. Zwar regen sich auch hier manche Stimmen (wie die von Reinhold Messner), die daran zweifeln, ob es einen solchen Zustand der Trance überhaupt geben kann. Aber eine „unbeabsichtigte Fälschung“ würde sich auf lange Sicht entschuldigen lassen.

Leider ist da aber noch mehr: Bergsteiger, die zur selben Zeit wie Stangl einen Aufstieg auf den K2 versuchten (etwa der Rumäne Zsolt Török), hegen den Verdacht, er habe das Basislager nie verlassen. Er habe sich einen Tag lang zurückgezogen, ein Buch gelesen (sinniger Weise den Roman "Vater Morgana" von Michael Niavarani), ein Foto gefälscht und sei dann wieder ins Tal abgestiegen.

Es ist Christian Stangl zu wünschen, dass sich dieser Verdacht nicht erhärtet.

Denn dazu fällt mir ein Ausspruch des amerikanischen Medienexperten TJ Walker ein, der einmal sinngemäß sagte: „Wo die Verlogenheit beginnt, endet der Spin.“ Das meint: In den Medien kann man unabsichtliche Fehler wieder gerade bügeln. Nur die Lüge nicht.

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01.07.2010

König Fußball - und andere Kleinigkeiten

von Stefan Schimmel

In Zeiten der WM sind Staatsoberhäupter glühende Fans.

Klar, denn für Politiker ist eine Fußball-WM immer ein willkommener Anlass, sich volksnah zu geben. Kleines Beispiel? - Nachdem sich England und die USA in der Vorrunde 1:1 getrennt hatten, schuldete David Cameron Barack Obama ein Bier – und umgekehrt, denn beide hatten natürlich auf den Sieg ihrer Mannschaften gewettet. Als PR-versierte Männer, die sie nun einmal sind, beglichen sie vergangenen Freitag ihre Wettschulden beim G20 Gipfel vor laufender Kamera.

Dieser Trick zieht immer. Menschen, die bei einem Foto-Termin nichts weiter tun als miteinander reden, sind für Presse-Fotografen langweilig. Wenn sie aber mit Bier anstoßen, geben sie ein hübsches Motiv. Sehen Sie sich die ersten 2 Minuten des Mitschnitts an: Dort können Sie das Blitzlichtgewitter förmlich explodieren hören in dem Augenblick, in dem sich die Bierflaschen kreuzen:

Barack Obama spendete ein Chicagoer „Goose Island 312“, David Cameron revanchierte sich mit einem „Hobgoblin“. Noch nie davon gehört, aber immerhin: Wenn ich ein waschechter englischer oder amerikanischer Fan wäre, würde ich vor dem Fernsehgerät meinen Bierbauch kraulen und dabei das Gefühl haben: „Ey, die sind ja doch ein bisschen wie ich …!“

Zweifelhafte Inszenierung

Das ist zumindest das Kalkül. Aber gerade der G20-Gipfel ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass man es mit solchen Inszenierungen namens "Wir-sind-doch-eh-alle-wie-ihr" auch ein bisschen zu weit treiben kann.

In Toronto sah das dann so aus: Angela Merkel und David Cameron schwänzen das Plenum, um sich – natürlich im Beisein der Journalisten – das Achtelfinale Deutschland gegen England anzusehen. Die Deutsche diktiert nachher den Kollegen der Medien ins Notizbuch, sie sei „sehr bewegt“. Trotzdem verhält sie sich natürlich politisch korrekt und drückt dem Engländer ihr Mitleid aus. Aber auch der türkische Premierminister Erdogan lässt sich nicht lumpen und äußert sich zum – türkischstämmigen – deutschen Teamspieler Mezut Özil: „Das ist unser Mann!“ Barack Obama fackelt sowieso nicht lange und verkündet bei der nächsten Gelegenheit einen "Trikottausch" mit seinem ghanaischen Amtskollegen John Atta Mills. Wieder zurück in der Sitzung, gratulieren alle anwesenden Staatsoberhäupter einhellig der glückstrahlenden deutschen Kanzlerin zum großen Erfolg.

Und sonst? – Gab es auch noch ein paar klitzekleine Entscheidungen zu treffen. Es galt, die Finanzmärkte neu zu ordnen, damit Millionen von Menschen auf der ganzen Welt eine sichere Lebensgrundlage bekommen.

Der G-20-Gipfel in Toronto kostete die kanadische Regierung fast 1 Milliarde Dollar. Die Ergebnisse werden zwar im Augenblick von den Teilnehmern konsequent schöngeredet, Ökonomen sind aber durchwegs enttäuscht und sprechen vom „Gipfel an negativer Klarheit“. Der Keim für die nächste Krise sei damit bereits jetzt gelegt.

Ob man in einer solchen Situation die Sympathien der Menschen dadurch gewinnt, dass man ihnen erzählt, man trinke das gleiche Bier und liebe den gleichen Sport wie sie – das überlasse ich Ihrem Urteil. Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt sprach unlängst in einem ZDF-Interview vom großen Verlust an Vertrauen, den viele Regierungen dieser Welt in diesen Zeiten erleiden. Vielleicht liegt die Schuld daran ja nicht nur bei der Wirtschaftskrise – sondern einfach bei den Regierungen selbst?

Bei ihrem Kommunikationsverhalten? Bei der traurigen Tatsache, dass sie dem einfachen Bürger nicht mehr das Gefühl vermitteln können, dass sie imstande sind, seine Probleme zu lösen?

In den letzten Wochen war in diesem Blog immer wieder von der Zielgruppen-Orientierung die Rede (z. B. „Immer die gleiche Litanei?“ und „Dichands Vermächtnis“). Von der Pflicht eines Sprechers oder einer Sprecherin, dem Publikum möglichst nahe zu sein. Hier möchte ich noch einen kleinen Stammbuch-Eintrag hinzufügen: Zielgruppen-Orientierung heißt verdammt noch mal nicht Anbiederung. Die Lehre, die wir alle für unser Berufsleben aus diesem Beispiel ziehen können: Vertrauen gewinnt man in Krisensituationen nicht durch billige Tricks, sondern dadurch, dass man ernsthaft Bedürfnisse und Sorgen einschätzt und bereit ist, mit Worten ebenso ernsthaft darauf einzugehen.

 

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26.05.2010

Kommunikation: Nur für Aktionäre?

von Stefan Schimmel

Seine Stimme hat den Optimismus der letzten Wochen gänzlich verloren. Er beantwortet die Fragen der Journalisten mit zusammengekniffenen Augen, in seinem Rücken das braune Wasser des Golfes von Mexiko.

So steht er da, vor den Mikrophonen, an einem ölverschmutzten Strand von Louisiana, und vermittelt den Anschein, dass er am liebsten nichts von dem sehen würde, was doch für niemanden zu übersehen ist: Tony Hayward, CEO von BP, stellte sich am Montag bei einer Pressekonferenz den Fragen der Öffentlichkeit – am Ort der Katastrophe.

Foto: Greenpeace

Vor ein paar Wochen habe ich ihn hier noch gelobt dafür, dass er aktiv, offen und transparent kommuniziert hat. Was im Grunde gut ist, weil es Vertrauen bilden kann. Mittlerweile hat sich die Krise allerdings zugespitzt, und nicht nur bei den technischen Versuchen, die Katastrophe zu bereinigen, ist einiges schiefgelaufen; auch die Kommunikationsstrategie des Tony Hayward ist gescheitert. Wenn er überhaupt je eine hatte.

Zum Kommunizieren reicht Offenheit allein nicht aus. Das Beispiel Tony Hayward zeigt, dass für den Erfolg der Kommunikation entscheidend ist, dass man sich klarmacht, wer eigentlich der Adressat der Botschaften ist. Und wie man zu ihm spricht. Hier lohnt es sich, noch einmal einen genaueren Blick darauf zu werfen.

Offensichtlich war man bei BP davon ausgegangen, das Leck am Meeresgrund in absehbarer Zeit schließen zu können. Und man setzte alles daran, das Öl mit Hilfe von Chemikalien so lange von der Küste fernzuhalten wie möglich. Man wollte das Problem gelöst haben, bevor die ersten Fotos von ölverschmierten Vögeln in der Presse auftauchten.

Anders könnte man nicht erklären, warum Hayward sich in seinen Aussagen ausschließlich auf die Aktionäre des Unternehmens konzentrierte. Er bemühte sich, ihnen Verlässlichkeit zu signalisieren, ihnen zu versichern, dass er stolz auf die Bemühungen des Konzerns sei, dass man alles im Griff habe und alles bereinigen werde. Ja, er wollte ihnen vergangene Woche sogar weismachen, die Menge des ausgeflossenen Öls sei nur ein „Tropfen inmitten des riesigen Ozeans“. Man werde sich das Geschäft durch die Katastrophe „nicht vermiesen“ lassen, Apollo 13 habe das Raumfahrtprogramm auch nicht gestoppt. – Eine Aussage, die wie ein Schlag ins Gesicht von Naturschützern und Anrainern wirken musste.

Die Realität hat Tony Hayward eines Besseren belehrt. Das Öl sprudelt seit mehr als vier Wochen ungehindert ins Meer. Am Sonntag gab BP erstmals der ZEIT zu Protokoll, die Ölpest sei „möglicher Weise außer Kontrolle“. Der Ölfilm hat vergangenes Wochenende die Küste erreicht. Das Bildmaterial ließ nicht lange auf sich warten und übt zusätzlichen Druck auf die Verantwortlichen aus. Sehr eindringlich sind die Fotos, die ein Astronaut von der Raumstation ISS aus geschossen hat, siehe hier.

Durch sein Verhalten hat Tony Hayward jetzt nicht nur die Naturschützer gegen sich, sondern mittlerweile auch die Politiker, und – was er eigentlich immer zu vermeiden versuchte – die Aktionäre. Diese flüchten mittlerweile in Scharen aus der Aktie. Sie werfen Hayward vor, das wahre Ausmaß der Katastrophe zu verschleiern und dem Ernst der Lage nicht gerecht zu werden. Eine Aktionärin hat das Unternehmen mittlerweile sogar verklagt, weil es an den Sicherheitskosten gespart habe.

Damit bleiben Tony Hayward jetzt nicht mehr viele Optionen als immer wieder zu versichern, dass man am Problem arbeite. Das ist aber in den Ohren aller geschädigten Menschen nun wirklich nichts Neues. Er organisiert seine Pressekonferenz am Ort des Geschehens wie ein Staatspräsident, der nach einer Katastrophe Präsenz zeigt, um der Bevölkerung zu vermitteln, dass er für das Leid der Betroffenen da ist. Aber dafür ist es jetzt zu spät, und er hatte den berechtigten Fragen der Journalisten auch nicht wirklich brauchbare Antworten anzubieten, wie man auf CNN sehen konnte:

Die einzige Botschaft dieser Pressekonferenz, die mir im Gedächtnis hängenbleibt, ist die Aussage: „I am devastated.“ Nun, zerstört ist vor allem das Meer. Dieser Satz erweckt also nicht wirklich mein Vertrauen - weder als Naturschützer, noch als Aktionär.

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28.04.2010

Reden ist gut - beweisen ist besser

von Stefan Schimmel

Am Montag wurde in einer Pressekonferenz der deutsche Konkurrent des iPads, das „WePad“ des Berliner Herstellers Neofonie, den Journalisten vorgestellt – zum zweiten Mal. Es war ein verzweifelter Rettungsversuch nach einer katastrophalen ersten Präsentation. Aber es sieht ganz so aus, als ob er gelingen könnte.

Mich würde das freuen. Nicht dass ich ein Feind von Apple wäre – ich wünsche beiden Unternehmen das Beste. Aber es würde mich freuen, wenn die Art und Weise, wie Neofonie in der Krise kommuniziert, auch auf lange Sicht Erfolg hätte – denn die ist in Ordnung.

Aber schön der Reihe nach. Der CEO von Neofonie, Helmut Hoffer von Ankershoffen, hatte hoch gepokert. Er wollte sein Produkt genau am selben Tag präsentieren, an dem Apple den Verkaufsstart für den iPad in Deutschland angekündigt hatte – am 14. April. Ein großes Maß an Aufmerksamkeit war ihm sicher. Dementsprechend stolz hielt er sein Gerät ins Blitzlichtgewitter der Kameras – der neue Herausforderer des Steve Jobs.

Leider spielt das Leben nicht immer so, wie man möchte. Das „WePad“, das man für die Live-Präsentation vorgesehen hatte, war im Zoll hängengeblieben und traf erst 10 Minuten nach dem Beginn der Pressekonferenz vor Ort ein. Also demonstrierte man die Bedienung mit einem Video – das unterwegs seinen Geist aufgab. Dann kam das Originalgerät doch – aber die Benutzeroberfläche funktionierte nicht, und statt des versprochenen Betriebssystems Linux war Windows 7 installiert. Und so musste es zu dem peinlichen Augenblick kommen, da das Gerät auf die Anfrage eines Journalisten nicht in Betrieb genommen werden konnte. Sehen Sie selbst:

Das Desaster war perfekt. Das „WePad“ wurde unter anderem von der Financial Times Deutschland förmlich in der Luft zerrissen. Die gute Idee, mit der Neofonie ins Rennen gegangen war, ging in der Flut von negativen Kritiken hoffnungslos unter: Einen Tablet-PC herzustellen, der nicht nur auf Apple-Applikationen angewiesen und daher universal einsetzbar ist. „Offenheit, Barrierelosigkeit und faire Bedingungen“ hatte man sich auf die Fahnen schreiben wollen – den Vorwurf des „Fakes“ hatte man sich eingehandelt.

Aber die PR-Strategen bei Neofonie scheinen ihre eigenen Werte nicht vergessen zu haben. „Offenheit“ beherzigte man jetzt in der Kommunikation.

Man veröffentlichte ein neues Produktvideo – diesmal mit dem richtigen Betriebssystem – auf YouTube. Man kündigte auf Facebook eine neue Präsentation an und lud die Community ein, drei ganz besonders kritische Geister dorthin zu entsenden. Und – was das wichtigste war: die neue Präsentation war keine Produktpräsentation im klassischen Sinn, also keine „Show“. Es war ein Angebot an die Journalisten und Blogger, das Gerät diesmal "in echt" zu testen, um sich von den Tatsachen zu überzeugen.

Die Titel in den Tageszeitungen und Fachzeitschriften der letzten 24 Stunden zeigen, dass die Aktion Erfolg hatte. Die Blogger zeigten sich zufrieden. Sogar die gestrenge Financial Times Deutschland ließ sich herumkriegen.

Menschen – insbesondere Journalisten – revidieren auch einmal ihre Meinungen. Aber man muss sich aktiv, offen und fair darum bemühen.

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