Medien sind wichtig. Freie Zeiteinteilung auch
Dass das Web 2.0 sich zielstrebig gegenüber den „klassischen Medien“ wie Fernsehen, Radio und Zeitung emanzipiert, ist schon länger klar. Dass dies aber in so deutlichem Ausmaß geschieht, überrascht mich dann doch einigermaßen. Das Klagenfurter Humaninstitut hat heute in einer Studie zur Moral und zum Missbrauch von Medien ein paar interessante Zahlen veröffentlicht:
• 91% der Befragten gaben an, dass sich ihr „Mediengebrauchsverhalten generell von traditionellen Medien in Richtung der Neuen Medien“ geändert habe.
• 72% der Befragten gaben an, dass die Neuen Medien „mehr demokratische Bandbreite für eine objektive Berichterstattung“ bieten als die traditionellen Medien.
Technische Umschreibungen für ein hartes Faktum: Die Zahl der Fernseher, Radiohörer und Zeitungleser schwindet massiv. Gleichzeitig geht diesen Medien das Vertrauen in die Qualität der Inhalte verloren.
Aber noch eine Zahl ist interessant: Für 44% der Befragten ist „Zeitunabhängigkeit“ das wichtigste Argument für das Web 2.0. Ich kann ins Netz gehen, wann ich will, und muss mich nicht mehr an Programme halten, geschweige denn an fixe Orte wie etwa mein Wohnzimmer, wo mein Fernseher steht.
Ich denke: Das kann für die traditionellen Medien nur gut sein. Sie werden gegen die Neuen Medien den gleichen Kampf ausfechten müssen wie früher die Malerei gegen die Fotografie, das Theater gegen den Film, oder der Film gegen das Fernsehen. Sie werden ihre Qualitäten neu finden, ihre Trümpfe genau ansehen, ihre Alleinstellungsmerkmale sorgsam pflegen müssen.
Dann können sie eigentlich nur gewinnen.
Neue Medien:
Vom Aufbegehren der Empfänger
Wie sehr sich Kommunikation in den letzten Jahrzehnten verändert und erweitert hat, kann man an folgenden beiden Fotos erkennen:
21. Jahrhundert: Auf einer sogenannten „LAN-Party“ tauschen sich gleichzeitig Tausende von Usern aus.
Das Foto wurde 2004 auf der „Dream-Hack-Party“ in Jönköping/ Schweden aufgenommen. Diese Party findet dort zwei Mal im Jahr statt und ist laut „Guinness-Buch der Rekorde“ die größte LAN-Party der Welt.
In der klassischen Kommunikation sprach eine(r), und viele hörten zu. Heute wollen die Empfänger nicht mehr so passiv sein – sie wollen sich beteiligen und dabei ernst genommen werden. Heute sprechen viele, und viele hören zu. Die Welt der Kommunikation ist ein Dorf geworden, in dem sich gute wie schlechte Nachrichten in Windeseile verbreiten können.
Facebook – Youtube – Xing – Friendster – Weblogs – LinkedIn – Twitter – … Bei all diesen Namen kann man, wenn man nicht mit dem Internet aufgewachsen ist, schnell den Überblick verlieren. Wirtschaft und Politik stehen vor schwerwiegenden Fragen. Soll ich ins Netz? Soll ich nicht? Welchen Kanal wähle ich für meine Darstellung nach außen? Welche Zielgruppe erreiche ich mit welchem Format am besten? Wie stelle ich mein Produkt, mein Projekt, meine Idee in der Öffentlichkeit dar?
Auf diese Fragen haben vergangene Woche in unseren Trainingsstudios eine Kennerin und ein Kenner der Materie in zwei Vorträgen profunde Antworten gegeben. Mag. Konstanze Wagenhofer war Mitgründerin der Online-Redaktion des ORF und arbeitet als freie Trainerin mit speziellen Angeboten im Web-2.0-Bereich. Gerald Groß kennt der österreichische Fernsehkonsument aus der Nachrichtensendung „Zeit im Bild“. Auch er beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit dem Phänomen der Massenkommunikation, und mit der Frage, wie Unternehmen auf diese Herausforderung am besten reagieren.
All jene, die letzte Woche die Zeit fanden, an diesen Vorträgen teilzunehmen, finden hier ein „Erinnerungsfoto“. Aber auch all jene, die interessiert sind und sich informieren möchten, finden hier das Material zu den Vorträgen als Pdf.



















