Einfach erklärt 2: Das Gottesteilchen
Das ominöse "Higgs-Teilchen" ist Kernphysikern zufolge für die Schwerkraft verantwortlich. Es ist die Ursache dafür, dass wir alle auf der Erde „klebenbleiben“ und nicht wie fliegende Urteilchen haltlos durch das Universum sausen.
Ein wichtiger Job. Aber mit Gott hat das Teilchen nichts zu tun.
Der Name geht auf eine Verballhornung zurück: Der Physik-Nobelpreisträger Leon Lederman scheint sich dermaßen in das umstrittene Problem der Schwerkraft verbissen zu haben, dass er das Higgs-Teilchen in einem Text als „gottverdammtes Teilchen“ („goddam particle“) bezeichnete – was den offensichtlich über den Kraftausdruck erschrockenen Lektor dazu veranlasste, den Begriff zu zähmen. Und dabei zu verfälschen.
Das „Gottesteilchen“ („God particle“) war geboren und ist seither aus der wissenschaftlichen Berichterstattung nicht mehr wegzudenken.
Die Erklärung von Unerklärlichem
Das Teilchen ist deshalb „gottverdammt“, weil es bisher noch niemand gesehen hat. Aber es muss existieren, sonst würden sämtliche Theorien und Rechenmodelle, die in den letzten 50 Jahren den Aufbau des Universums erklärten, nicht stimmen.
Wie sieht das Teilchen also aus? Wie kann ich es mir vorstellen?
Eine sehr hübsche Erklärung hat, wie ich finde, der britische Physiker David Miller gefunden. Auf diese Art erklärte man in den 80er Jahren Margaret Thatcher die Existenz des Higgs-Teilchens, um finanzielle Unterstützung für den Teilchenbeschleuniger LHC in Genf zu lukrieren:
Die Teilnehmer einer politischen Feier sind gleichmäßig in einem Raum verteilt. Da kommt Margaret Thatcher herein und schreitet durch die Menge:
Augenblicklich bildet sich um sie herum eine Menschentraube. Dadurch erhält sie eine größere Masse. Wenn sie sich nun weiter in den Raum hinein bewegt, treten neue Partyteilnehmer auf sie zu, während andere sich von ihr abwenden, um sich ihren ursprünglichen Gesprächspartnern zu widmen.
Diesen Weg der Margaret Thatcher durch den Partyraum kann man, so Miller, mit dem Weg eines „Higgs-Teilchens“ durch ein „Higgs-Feld“ vergleichen. Während sich das Teilchen durch den Raum bewegt, erhält es dadurch mehr Masse, dass sich andere Teilchen mit ihm verbinden.
Durch die Verbindung zwischen Teilchen wächst die Masse des Ganzen. Das könnte man glatt als schöne Metapher für Weihnachten verstehen.
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